Syphilis: Immer mehr Menschen infizieren sich mit der Krankheit

Syphilis: Immer mehr Menschen infizieren sich mit der KrankheitSyphilis ist für die meisten Menschen eine Krankheit aus längst vergangenen Tagen, die es in Deutschland heutzutage gar nicht mehr gibt. Das stimmt jedoch nicht. Seit dem Jahr 2010 häufen sich die Fälle von Syphilis wieder. Im Jahr 2015 gab es laut Robert-Koch-Institut beispielsweise 6.834 Neuinfektionen – das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Des Weiteren hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Erwachsene befragt, um herauszufinden, welche Geschlechtskrankheiten sie kennen. Am häufigsten wurde dabei HIV genannt, am zweithäufigsten Syphilis – allerdings nur von weniger als jedem Zweiten. Dies zeigt bereits, dass viele Menschen Syphilis gar nicht mehr kennen und schon gar nicht ernstnehmen.

Was Syphilis überhaupt ist, wie sich die Krankheit bemerkbar macht, wie man sie behandelt und sich vor einer Infektion schützt, und wieso es immer mehr Fälle von Syphilis in Deutschland gibt, erfahren Sie im folgenden Artikel. 

Was ist Syphilis überhaupt?

Syphilis wird im Volksmund gerne als „Franzosenkrankheit“ oder auch als „harter Schanker“ bezeichnet. Ausgelöst wird die Krankheit durch das Bakterium Treponema pallidum, das meist auf sexuellem Wege übertragen wird – am häufigsten beim klassischen Geschlechtsverkehr sowie beim oralen Verkehr.

Für die Übertragung reichen bereits winzige Mikrorisse in der Haut aus, durch die der Erreger in den Organismus eindringt und diesen infiziert. Beim ungeschützten Geschlechtsverkehr liegt das Ansteckungsrisiko bei circa 60 Prozent.

Wer sich beispielsweise vor dem Sex das Schamhaar rasiert hat, der steigert das Risiko einer Ansteckung jedoch. Nach einer solchen Rasur sollte man immer mindestens einen Tag mit dem Sex warten, damit sich die kaum sichtbaren Wunden durch die Rasur schließen können – zumindest bei Sexualpartnern, die man noch nicht so gut kennt.

Wie macht sich die Krankheit bemerkbar?

Syphilis macht sich innerhalb der ersten Tage und Wochen nach der Ansteckung in Form von einer Schwellung der Lymphknoten und in Form von Schleimhautgeschwüren bemerkbar. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann der Verlauf chronisch werden, sodass innerhalb weniger Jahre sowohl die Organe als auch die Haut von den Bakterien befallen werden. Im letzten Schritt zerstört das Bakterium das gesamte zentrale Nervensystem, womit die Krankheit meist tödlich endet.

Hier zeigt sich, dass die Diagnose und die Behandlung der Krankheit immens wichtig sind. Je früher die sexuell übertragbare Krankheit behandelt wird, desto besser. Die Diagnose stellt ein Arzt mithilfe eines Nachweises für entsprechende Antikörper. Insbesondere zu Beginn fällt den meisten Menschen der Weg zum Arzt recht schwer, da die ersten Symptome häufig falsch gedeutet werden.

Wie wird Syphilis behandelt?

Wird Syphilis bei einem Patienten diagnostiziert, erhält dieser normalerweise eine Penicillin-Spritze, die den Erreger recht effektiv bekämpft. Ist die Krankheit bereits fortgeschritten, wird das Antibiotikum nicht in den Gesäßmuskel gespritzt, sondern direkt in die Vene.

Wenn Penicillin keine Wirkung zeigt, da der Erreger bereits eine Resistenz dagegen entwickelt hat, wird meist ein Cocktail aus verschiedenen Antibiotika notwendig.

Wie kann man sich vor Syphilis schützen?

Der beste Schutz vor Syphilis ist das klassische Kondom. Hierbei sollte man jedoch bedenken, dass es sich dabei um keinen 100-prozentigen Schutz handelt. Das Kondom schützt beispielsweise nicht vor einer Ansteckung durch Mikrorisse im Genitalbereich abseits der Geschlechtsteile.

Letztendlich ist der einzige wirkungsvolle Schutz der, dass sich beide Partner vorher bei einem Arzt durchchecken lassen und ausschließen, dass sie überhaupt mit Syphilis infiziert sind. Wer vermutet, dass er sich mit Syphilis infiziert haben könnte, sollte sofort einen Test durchführen lassen. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen.

Wieso stecken sich immer mehr Menschen mit Syphilis an?

Immer wieder wird in den Nachrichten darüber berichtet, dass die Behandlungsmethoden für HIV immer besser und effektiver werden. Dadurch glauben viele Menschen, dass sie nichts mehr zu befürchten haben und verzichten daher auf das Kondom – auch bei Sex mit Unbekannten. Sie werden sorgloser. Die meisten Menschen sind nur für HIV sensibilisiert – andere Krankheiten werden meist verdrängt. Insbesondere Syphilis ist für viele Menschen eine Krankheit aus längst vergangenen Tagen.

Des Weiteren wird es immer einfacher, schnellen Sex mit Unbekannten zu haben. Das erhöht natürlich ebenfalls das Ansteckungsrisiko. Wenn bei diesen Treffen nicht verhütet wird, kann sich das Bakterium wie in einer Art Schneeballsystem ausbreiten.

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